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KHS Mainz-Bingen

Kreishandwerkerschaft Mainz-Bingen

Unternehmen beschäftigen Flüchtlinge erfolgreich

Wenn klein- und mittelständische Betriebe aus der Region mit dem Gedanken spielen, geflüchtete Menschen einzustellen, bleiben oft Fragen offen: Wie verhält es sich mit dem ausländerrechtlichen Status und der damit verbundenen Arbeitserlaubnis? Welche Förder- und Qualifikationsmöglichkeiten gibt es? Was ist bei der Integration in den Arbeitsmarkt alles zu beachten? Bei der Informationsveranstaltung „Beschäftigung von Geflüchteten – Wege für Unternehmen“ gab es Antworten auf diese Fragen.

In Kurzvorträgen, Experteninterviews und an Infoständen veranschaulichten das Jobcenter Mainz-Bingen, die Kammern und Handwerksbetriebe sowie weitere Akteure der Flüchtlingsarbeit – wie die Volkshochschulen und Träger von Bildungsangeboten – den Weg der Geflüchteten bis in den Betrieb. „In vergangenen Jahren sind viele Menschen zu uns gekommen. Nun gilt es diese nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, so die Kreisbeigeordnete Frau Ursula Hartmann-Graham. Das gemeinsame Ziel: Das mitgebrachte Potential der Neuankömmlinge für den regionalen Arbeitsmarkt effektiv nutzen.

Allgemeines Interesse oder die akute Auseinandersetzung mit dem Thema – ca. 50 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen aus der Region nutzen die Gelegenheit für den Austausch. „Oftmals haben Auszubildende mit Flüchtlingshintergrund in den Berufsbildenden Schulen Probleme, dem Unterricht zu folgen. Das Sprachniveau B2 ist zwar keine rechtliche Voraussetzung, aber für eine erfolgreiche Ausbildung mehr als hilfreich“, so Herr Hasko Externbrink von der KAUSA Servicestelle Rheinland-Pfalz. Er empfiehlt Unternehmen, auf eine schulische Vorbildung und entsprechende Deutschkenntnisse zu achten. Die Einstiegsqualifizierung, ein der Berufsausbildung vorgeschaltetes Qualifizierungsjahr, sei dabei sehr hilfreich. Daneben spielen besonders weiche Faktoren eine Rolle, um eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt zu erreichen: „Bezugspersonen innerhalb eines Unternehmens mit der nötigen Sensibilität für die Anliegen helfen dabei“, so Herr Joachim König, Teamleiter beim Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland, Rheinpfalz-Nordbaden (CJD). Generell für das Wohlbefinden von Neuankömmlingen, im, sowie außerhalb des Betriebes, seien diese wichtig.

Dass es die ein oder anderen Stolpersteine bei der Einstellung von Geflüchteten gäbe, sei klar, so der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mainz-Bingen, Herr Jean-Marie Manzke. Doch: „Die Motivation der Unternehmen diese beiseite zu räumen ist hoch um unter anderem dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.“

Die Informationsveranstaltung, die in Kooperation mit dem Landkreis Mainz-Bingen stattfand, ist Teil des Projektes „So geht’s 2018. Unternehmen beschäftigen Geflüchtete erfolgreich“ der Mainzer Kompetenz Initiative e.V. (mki). „Arbeiten in Deutschland als Neuankömmling bringt Herausforderungen – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber“, so Projektleiter Salim Özdemir vom mki, der das Konzept bereits im Vorjahr erarbeitet und erste Veranstaltungen zum Thema organisiert hat. Diese seien jedoch machbar, man müsse sich nur mit den Anforderungen auseinandersetzten. Gefördert wird das Projekt vom Landkreis Mainz-Bingen, dem rheinland-pfälzischen Arbeitsministerium sowie dem Europäischen Sozialfond (ESF).

Jean-Marie Manzke, 12. Juni 2018

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